Klavierunterricht online – Worauf kommt es an?

Das Bild

Die Videoqualität ist beim Online-Musikunterricht weniger wichtig, als die Tonqualität. Trotzdem reicht es nicht, nur ungefähr zu wissen, wer gerade vor der Kamera steht. Ein genügend scharfes Bild von den spielenden Händen ist für den Klavierlehrer von enormer Bedeutung. Auch die Kommunikation zwischen dem Lehrer und dem Schüler von “Face to face” ist wichtig. Und erst wenn die ganze Szene im richtigen Licht erscheint, kann man entspannt den Videostream geniessen.

Der Ausschnitt

Ich sitze beim Klavierunterricht leicht schräg hinten neben dem Schüler. So kann ich den ganzen Oberkörper, beide Hände auf der Klaviatur und die ganze Klaviatur überblicken. Das wäre auch der optimale Ausschnitt bei dem Ausrichten der Kamera. Dies ist nur in “Landscape modus”, ungefähr in 120 cm Höhe und einer leicht zum Klavier geneigten Kamera zu erreichen. Vermeiden Sie dabei möglichst die Verwendung von Zoom. Das sind die + und – Taster, mit deren Hilfe man das schönste Video verderben kann. In Unterschied zu dem optischen Zoom, wie bei den Zoom Objektiven an den Fotokameras, ist die Verwendung des digitale Zoom bei den mobilen Geräten nämlich mit einem Verlust der Qualität verbunden. Machen Sie lieber mit dem Mobilgerät einen Schritt nach vorne und zurück, bis Sie den optimalen Ausschnitt finden und lassen Sie die Zoom Tasten dabei ruhen. Bleiben Sie dann an Ort und Stelle, bis ich Sie zu der nächsten Video-Sitzung einlade 🙂 Ok, keine gute Idee. Hier eine bessere: Markieren Sie in der Luft die Stelle, wo Sie das Mobilgerät genau gehalten haben. 🙂 Auch nicht überzeugt? Dann mein bester Vorschlag: Besorgen Sie sich einen Ständer mit einer geeigneten Halterung darauf.

Was soll da eigentlich gehalten werden? Die Tablets und die Laptops. Denn die Handys eignen sich wegen ihrer geringen Grösse für den Online-Piano Unterricht kaum.

Tablets sind sehr handlich, das könnten wir auch beim Unterricht ausnutzen, allerdings nur dann, wenn wir diesen Tablets auch einen handlichen Ständer und Halter verpassen. Eine Verankerung , die sich schnell im Blickwinkel verändern kann und die der eingebauten Kamera ermöglicht, nicht nur senkrecht, sondern schräg nach unten auf die Klaviatur und die Hände des Schülers zu schauen. Die meisten Ständer und Halterungen erfüllen diese Anforderung nicht! Auch sollte der Ständer leicht (Veränderung des Blickpunkts) und stabil sein, damit er mit der wertvollen Ladung nicht umkippen kann. Nach langem Suchen habe ich so einen Ständer, auch Mikrofonstativ genannt, gefunden und dazu noch einen stabilen und flexiblen Halter. Der Halter ist für alle Tablets in den Grössen von 7.9 bis 12.3 Zoll geeignet. Beide Teile wurden von den Kunden positiv beurteilt und sind bei Thomann online zu bestellen. 

https://www.thomann.de/de/superlux_ms_108e.htm

https://www.thomann.de/de/adam_hall_thms_1.htm

Bei den Laptops brauchen wir bei den Ständern nicht die Flexibilität der Halterung. Der Laptop kann dank des neigbaren Displays in der waagerechten Position bleiben. Hier eine Empfehlung, allerdings ist die Ablagefläche relativ klein: 34×24 cm.
https://www.amazon.de/Neewer-Verstellbarer-Tragetasche-Projektoren-Fotografie-Schwarz/dp/B07SHGWRCW

Hier mit einer größeren Ablagefläche 40×29 cm:

https://www.thomann.de/de/km_12155.htm

Das Licht

Das Zimmer mit Fenster. Hier braucht man sich bei Tageslicht nicht allzu grosse Gedanken über die Lichtführung zu machen. Es sei den, die Kamera ist gegen das Fenster gerichtet, dies sollte tunlichst vermieden werden. Genauso wie wir die Augen bei Gegenlicht zusammenkneifen, wehrt sich die Kamera gegen das überschüssige Fensterlicht durch “zukneifen” des Kameraauges namens Blende und das eigentliche Subjekt im Vordergrund bleibt dann unterbelichtet. Auch harte Licht-Schatten Kontraste wie beim direkten Sonnenlicht sollten vermieden werden. Es tut weder unseren Augen, noch dem Instrument gut.

Sollte jedoch das Zimmer nicht genügend Licht am Tage haben oder die Piano Stunden am späteren Nachmittag oder sogar abends stattfinden, ist für eine ausreichende Belichtung (und Belüftung:) zu sorgen. Andernfalls versucht nämlich die Kamera- Automatik dies auszugleichen, damit der Kamera-Sensor doch ausreichend Licht abbekommt und das Live-Bild nicht unterbelichtet bleibt. Dabei wird entweder das ISO erhöht (Empfindlichkeit des Sensors), was zu einem verrauschten Bild führt, oder wird die Bildwiederholfrequenz, die Zahl der Bilder pro Sekunde, gesenkt (Video ist ja ein “Daumenkino”), was im Extremfall zu ruckartigen Bewegungen des Subjekts führen kann. Ich meine nur in der Kamera 🙂

Welches Licht eignet sich für die optimale Beleuchtung des Klavierzimmers am besten? Jedes Zimmer ist anders und es gibt fast überall die Deckenleuchte, die uns das Grundlicht liefert. Es geht also nur um passende Ergänzungen, die auf den speziellen Bedarf des Pianisten und der Videoübertragung abgestimmt werden. Als Pianist brauchen wir eine Tischlampe (auch Leselampe genannt) mit einem gerichteten Lichtstrahl, um die ganze Klaviatur und das Notenpult mit den Noten ausreichend zu beleuchten. Damit dies gelingt, muss die Leuchte in zwei Gelenken so flexibel sein, dass die Lichtquelle über der Klaviatur steht und der Lichtstrahl parallel ungefähr den gleichen Winkel einnimmt, wie unsere auf die Klaviatur gerichtete Augen. Es werden vermehrt LED Lampen verkauft, ich finde das Licht von den Halogenlampen allerdings für diese Zwecke angenehmer. Lampen, die diese Anforderungen erfüllen, können als sogenannte Piano Lampen um die 200 € kosten, Tisch Lampen für 20 € tun es auch:

Direkte Beleuchtung mit einer Halogen-Lampe für 20 €

Um den abrupten, harten Übergang von dem gerichteten Lichtstrahl der Piano-Lampe zum Umgebungslicht abzumildern, lohnt sich gegebenenfalls noch eine sanfte Lichtquelle auf beiden Seiten des Klaviers. Die kann auch zusammen mit der Piano-Lampe und mit dem ausgeschalteten Deckenlicht eine intime “Bühne” für den Pianisten bilden:

Zusätzliche indirekte Beleuchtung mit Opal-Glas Lampen

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